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Die EN ISO 16321:2022 ist eine relativ neue internationale Norm für Augen- und Gesichtsschutz, die ältere Normen wie die bekannte EN 166 ersetzt bzw. modernisiert. Sie wurde entwickelt, um den aktuellen technischen Stand, neue Materialien und veränderte Arbeitsbedingungen besser abzubilden.


1. Ziel und Hintergrund der EN ISO 16321:2022

Die Norm legt Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA) für Augen und Gesicht fest, insbesondere:

  • Schutzbrillen
  • Gesichtsschutzschilde
  • kombinierte Schutzsysteme

Ziel:

  • Höhere Sicherheit
  • Bessere Vergleichbarkeit von Produkten
  • International einheitliche Regeln (ISO statt rein europäisch)

 2. Aufbau der Norm (wichtig!)

Die EN ISO 16321 ist modular aufgebaut und besteht aus mehreren Teilen:

Teil 1: Allgemeine Anforderungen

  • Grundanforderungen an Design, Materialien und mechanische Festigkeit
  • optische Qualität (z. B. Verzerrungsfreiheit)
  • Kennzeichnung und Prüfverfahren

Weitere Teile (Beispiele)

  • Teil 2: Schweißen
  • Teil 3: UV-Filter
  • Teil 4: Infrarot-Schutz
  • Teil 5: Sonnenschutz für berufliche Nutzung

Das ist neu: Früher waren viele Anforderungen in einer einzigen Norm gebündelt (z. B. EN 166), jetzt ist alles spezialisierter.

3. Wichtige Neuerungen gegenüber EN 166

a) Neues Klassifizierungssystem

Die Norm führt ein modernisiertes System zur Kennzeichnung ein:

  • klarere Symbole
  • bessere Unterscheidung von Schutzstufen
  • international verständlicher

b) Erweiterte Schutzanforderungen

Neue Gefährdungen werden stärker berücksichtigt:

  • höhere Aufprallenergien
  • Schutz gegen:
    • Flüssigkeiten
    • Staub
    • geschmolzene Metalle
    • Lichtbögen

c) Verbesserte optische Anforderungen

  • strengere Vorgaben für:
    • Sehschärfe
    • Verzerrung
    • Beschlagfreiheit
  • mehr Fokus auf langes, ermüdungsfreies Arbeiten

d) Realistischere Prüfbedingungen

Tests berücksichtigen stärker die Praxis:

  • extreme Temperaturen
  • Alterung von Materialien
  • kombinierte Belastungen

e) Kompatibilität & Ergonomie

  • bessere Anforderungen an:
    • Sitzkomfort
    • Kombination mit anderer PSA (Helm, Atemschutz)
  • wichtig für moderne Arbeitsplätze

4. Kennzeichnung (sehr praxisrelevant)

Produkte nach EN ISO 16321 haben neue Markierungen, z. B.:

  • Herstellerkennung
  • Schutzstufe
  • mechanische Festigkeit
  • Einsatzbereiche

Beispiel:

  • Buchstaben/Zahlen geben an, wogegen geschützt wird (ähnlich wie früher, aber präziser)

1. Struktur & Anwendungsbereich

EN 166

  • Eine „All-in-one“-Norm
  • Deckt viele Themen in einem Dokument ab
  • Ergänzt durch separate Filter-Normen (EN 170, 171, 172 usw.)

EN ISO 16321

  • Modular aufgebaut:
    • Teil 1: Allgemein
    • Teil 2: Schweißen
    • Teil 3: Gittervisiere
  • Ersetzt gleichzeitig mehrere alte Normen

2. Schutz- und Prüfanforderungen -  Aufprallprüfung (sehr wichtiger Unterschied)

EN 166

  • Stahlkugel: 43 g
  • Klassen: S, F, B, A (steigende Energie)

EN ISO 16321

  • Stahlkugel: 66,8 g (deutlich schwerer!)
  • Klassen: C, D, E
  • Zusätzlich:
    • Hochmassen-Test (neu)
    • größere Schutzbereiche (z. B. Gesicht statt nur Auge)

Realistischere Belastung → höheres Sicherheitsnivea

3. Schutzbereiche (neu!)

EN 166

  • Fokus: Augenbereich

EN ISO 16321

  • Einführung von Schutzzonen:
    • OPZ (Augen)
    • EOZ (erweiterter Augenbereich)
    • FPZ (Gesicht)

Deutlich umfassenderer Schutzansatz

4. Thermische & Umweltprüfungen

EN 166

1 Stunde Hitzetest
begrenzte Umweltbedingungen

EN ISO 16321

2 Stunden Hitzetest
realistischere Szenarien

5. Optik & Sichtqualität

EN 166

  • Basisanforderungen an:
    • Sehschärfe
    • Verzerrung

EN ISO 16321

  • verbesserte optische Prüfmethoden
  • strengere Anforderungen
  • berücksichtigt:
    • längeres Tragen
    • modernes Arbeiten

6. Ergonomie & Passform

EN 166

  • nur 2 Kopfformen (klein, mittel)

EN ISO 16321

  • 6 Kopfformen (global repräsentativ)
  • berücksichtigt unterschiedliche Gesichtsformen weltweit

Ergebnis:
besserer Sitz
höhere Akzeptanz
mehr Sicherheit

7. Kennzeichnung & Klassifizierung

EN 166

  • klassische Codes:
    • F, B, A (Aufprall)
    • K (Kratzfest)
    • N (Antibeschlag)

EN ISO 16321

  • komplett überarbeitetes System
  • neue Filterkennzeichnungen:
    • U (UV)
    • G (Sonne)
    • R (IR)
    • W (Schweißen)
  • zusätzliche Optionen:
    • Chemikalienschutz
    • Hitze
    • explosionsgefährdete Bereiche

Deutlich klarer und international verständlicher

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